Handtaschen gibt es schon seeeeehr lange, ca. seit 3.300 v.Chr.  –  es muss so etwas Ähnliches wie ein Rucksack gewesen sein – man wollte und konnte nicht alles in den Händen tragen. Und brauchte die Hände frei zum Sammeln und Jagen. Eine Vorform der heutigen Tasche.

Lustiger Weise haben die Männer als erstes Taschen getragen: kleine Taschen aus Leder oder Stoff, die einfach am Gürtel befestigt wurden. Im 15./16. Jahrhundert folgten ihnen die Frauen: an einer Kette oder einem Riemen ebenfalls am Gürtel hängend.

Im 16./17. Jahrhundert versteckten die Frauen Täschchen aus Leinen in ihren weiten Röcken, sie wurden einfach am Unterrock angenäht.

Im Rokoko gab es dann Seidenbeutel, die mit zwei Schnüren zusammengebunden wurden. Verziert mit Rüschen oder Perlen, ein Zeichen des Wohlstands. Madame de Pompadour war die Erfinderin. Die Herstellung war sehr aufwändig und dementsprechend waren diese Taschen den reichen Damen vorbehalten.

Erst mit den Maschinen im 20.Jahrhundert wurden Taschen für eine breite Masse bezahlbar.

Die weiten Röcke verschwanden nach und nach, die Kleider wurden enger und figurbetont. Um 1800 ist keine Frau mehr ohne Handtasche aus dem Haus gegangen. Was trug sie mit? Parfümfläschchen, Puderdöschen, kleine Spiegel, ein Taschentuch oder ihr Riechsalzfläschchen, etwas Kleingeld.

Erst mit der Erfindung des Metallrahmens ist die Handtasche, wie wir sie heute kennen, entstanden. Die wertvollen, aus schwerem Wollstoff hergestellten und kunstvoll bestickten Gobelin-Taschen waren damals auch sehr begehrt.

Mit Ende des 19.Jahrhunderts setzt sich die Tasche als Modeaccessoire durch.

In den 50er Jahren fanden auch Nylon, PVC und Kunstleder in der Taschenproduktion Verwendung und das Accessoire entwickelte sich zu kantigen, zur Öffnung hin verjüngenden, Rahmenhandtaschen mit breitem Boden. Kaum wegzudenken ist seit 1956 die nach Grace Kelly benannte „Kellybag“.

Erst in den 1970/ 80er Jahren entdeckten die großen Modeschöpfer, wie Versace, Chanel, Dolce & Gabbana oder Gucci, dass die Handtasche mehr als reines Accessoire ist.

In der heutigen Zeit sind der Mode keine Grenzen mehr gesetzt und so passt sich auch die Handtasche der individuellen Nutzung ihrer Besitzerin an.

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